Ladestationen für Elektrofahrzeuge richtig prüfen – Teil 3: Wiederholungsprüfung

Das Prüfen einer E-Ladesäule sollte eine sogenannte befähigte Person durchführen.

Unter einer befähigten Person nach TRBS 1203 versteht man eine Person mit einer abgeschlossenen elektrotechnischen Berufsausbildung, dh. der Prüfer muss über Berufserfahrung verfügen, also über einen angemessenen Zeitraum praktische Erfahrung gesammelt haben. Dies ist wichtig, um die Messergebnisse einschätzen zu können und Fehlerquellen bei der Sichtprüfung zuverlässig zu erkennen. Außerdem sollte der Prüfer eine zeitnahe berufliche Tätigkeit nachweisen können, da die Entwicklung immer schneller voranschreitet.

In dieser, dreiteiligen Reihe wollen wir uns mit den Prüfablauf/Aufbau beschäftigen, der beachtet werden muss, um Ladestationen für Elektrofahrzeuge richtig zu prüfen und dann natürlich auch mit den den einzelnen Prüfungen, die bei einer Erst-, sowie Wiederholungsprüfung gefordert sind.

Hier kommen Sie zum Teil 1 und zum Teil 2.

Nun zum Prüfablauf bei der Wiederholungsprüfung :

Prüfablauf bei der Wiederholungsprüfung von Elektro Ladesäulen

Sichtprüfung/ Erproben aller Schutzvorrichtungen, wie Not Aus Schalter:

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Ladesäule und schauen Sie ob bereits eine Störung angezeigt wird. Führen Sie als erstes eine PE Vorprüfung mithilfe des Beha-Amprobe EV-520-D Adapters durch, um eine persönliche Gefährdung auszuschließen. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie als nächstes die Zugentlastung des Ladekabels, des Steckers bzw. die Steckdose der Ladesäule optisch prüfen. Durch mechanisch Belastung entstehen hier besonders häufig Fehlerquellen. Als nächstes wird das Gehäuse der Ladesäule angesehen, denn durch Umwelteinflüsse, wie Sonne, Wind und Regen kann es zur Ermüdung des Materials kommen, außerdem kann gerade bei Standladesäulen durch unachtsame Kunden beim Einparken zu Beschädigungen kommen. Schauen Sie ob alle Schutzvorrichtungen wie Not/Aus Schalter vorhanden sind und erproben Sie diese

DIN VDE Messungen durchführen

PE-Prüfung

Prüfen Sie als nächstes die Durchgängigkeit und Niederohmigkeit des Schutzleiters. Der erreichte Messwert sollte deutlich kleiner 1 Ohm sein.

Isolationsmessung:

Sie können das Isolationsvermögen der Ladesäule bei der Wiederholungsprüfung über die Differenzstrommessung mithilfe einer sogenannten Leckstrom Zange überprüfen. Hierzu können Sie die Beha-Amprobe ALC-110-EUR verwenden. Lassen Sie die Leckstrom Zange während der weiteren Prüfung in der Verteilung und nutzen Sie die MIN/MAX Funktion. So können Sie den maximalen Differenzstrom ermitteln, während Sie alle Schaltzustände simulieren.

Überprüfen der Kommunikationsschnittstellen:

Mithilfe eines Tastendruckes kann der EV-520-D sowohl einen CP als auch einen PE Fehler simulieren. Die Ladesäule muss dann zwingend in Störung gehen. Mit dem rechten Drehschalter können Sie den sogenannten CP Status überprüfen. Lassen Sie den Drehschalter dann in der Stellung C falls keine Belüftung benötigt wird und in der Schalterstellung D falls eine Belüftung nötig ist. Der Adapter simuliert nun ein ladebereites Auto. Als nächstes können Sie über den linken Drehschalter die verschiedenen Ladeströme simulieren.

Sollte an der Ladesäule eine Störung vorliegen können Sie über die oberen Buchsen am Beha EV 520 Adapter die Kommunikationsschnittstellen mit einem Fluke 125B auslesen und auf Fehlersuche gehen.

Schleifenwiderstandsmessung

Über die Messanschlüsse am EV-520-D Adapter können Sie mithilfe des vorher verwendeten Anlagenprüfers die Schleifenmessung durchführen. Bei Beha-Amprobe und Fluke Messgeräten empfiehlt es sich hierfür die Schalterstellung Schleifenmessung mit RCD zu verwenden.

RCD Messung

Bei der RCD Messung wird die Auslösezeit und der Auslösestrom des RCDs gemessen. Bei einem RCD Typ B ist zu beachten, dass er bei der Messung der Allstromsensitiven Messeinrichtung bis zum doppelten des Nennfehlerstroms halten muss. Das bedeutet, dass ein 30mA RCD Typ B ohne Vorbelastung aus dem Netz bei der Messung der Allstromsensitiven Messeinrichtung 60mA Auslösestrom halten kann. Zusätzlich muss außerdem die Wechselstrommesseinrichtung geprüft werden (Typ A) hierbei darf ein der RCD die üblichen 30mA dann nicht überschreiten.

All das sind die Punkte, die bei einer Widerholungsprüfung beachtet werden müssen.
Damit Schließen wir die Reihe
Ladestationen für Elektrofahrzeuge richtig prüfen ab.

Wenn Sie nochmal etwas zum allgemeinen Aufbau wissen wollen, lesen Sie sich Teil 1 nochmal durch und für die Erstprüfung geht es hier zum Teil 2.

Wenn Sie weitere Frage haben, kontaktieren Sie uns, oder besuchen unseren Messkurs Wallbox und Ladesäulenprüfung:

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